Die Häuser der denkmalgeschützen Arbeiter*innensiedlung zeugen von 100 Jahren gelebter Geschichte. Sie sind Wahrzeichen für das Arbeiter*innenleben in Osternburg und stehen heute für ein genossenschaftliches Miteinander. Die Mehrfamilienhäuser für junge Arbeiterfamilien der Glashütte, Post und Bahn wurden ab 1928 erbaut in Orientierung an der Wohnreformbewegung der 1920er-Jahre: Auf Licht, Luft und Grünanlagen wurde großen Wert gelegt.

Historische Daten:

Fast 100 Jahre alt und doch schon wieder modern: Das ist die Siedlung Breslauer Straße in Oldenburg mit ihren 27 (früher 28) Mehrfamilien-Reihenhäusern. Was in den 1920er Jahren als einzigartiges Bauprojekt begann, orientierte sich damals an der Wohnreformbewegung mit den Zielen: Licht, Luft und viel Grünanlagen für junge Arbeiterfamilien der Glashütte, der Post und der Bahn. Aus der früheren Arbeiter*innensiedlung im Stadtteil Osternburg ist inzwischen ein denkmalgeschütztes Vorzeigeprojekt entstanden. Dabei kümmert sich die Wohngenossenschaft HunteWoGen eG um Qualitäten wie bezahlbares Wohnen, umweltschonende und maßvolle Sanierung und solidarische Selbstverwaltung. Auffällig im Straßenbild ist das üppige Grün in den Gärten mit vielen Bäumen und Insekten-freundlichem Bewuchs.

Begründung für die Erfüllung des Mottos: 

Arbeiter*innensiedlung Breslauer Straße – Gelebtes Netzwerk!

Die Möglichkeit zur Vernetzung der Bewohner*innen ist ein zentrales Moment der ehemaligen Arbeiter*innensiedlung Breslauer Straße. So erinnert die Anordnung der zwölf in der Mitte der Anlage liegenden Gebäude an einen Dorfanger/ Dorfplatz. Auch das Konzept der gemeinsam genutzten Wäscheplätze und Waschküchen sind bewusst zur gemeinsamen Nutzung ausgelegt. Die beengte Wohnsituation in den kleinen Wohnungen sorgte dafür, dass sich die Menschen draußen in den großen Selbst-Versorger-Gärten aufhielten und es dadurch viele Möglichkeiten der Begegnung gab. Dieses Motiv des gemeinschaftlichen Wohnens wurde 2006 von Bewohner*innen aufgegriffen und durch die Gründung eines Fördervereins bestärkt. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine organisierte Nachbarschaft und Selbsthilfe zu fördern und das Quartier mit Veranstaltungen lebendig zu halten. Aktives Quartiersmanagement organisiert regelmäßig Treffen zum Kennenlernen und Klönen, organisiert Nachbarschaftshilfe und Veranstaltungen zu Nachhaltigkeit und Austausch zu weiteren Themen und Projekten.

Von den insgesamt 27 Häusern sind 17 Häuser in einer selbstverwalteten Genossenschaft, der HunteWoGen eG, organisiert. Merkmal dieser Gemeinschaft sind wechselseitige Unterstützung, beispielsweise durch gemeinsame Arbeit, gemeinsame Verantwortung, gemeinsame Verwaltung, Austausch und Vernetzung mit weiteren Wohnprojekten ist ein wichtiger Teil. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte der Siedlung und der Stellenwert als denkmalgeschütztes Ensemble ist ein grundlegender Bestandteil des Fördervereins und der Genossenschaft. Sie ist wertvoll und kann ein neues Bewusstsein für das Wohnen in den denkmalgeschützten Häusern schaffen!