Im Februar 2025 fand im Alhambra eine Filmvorführung im Rahmen der Stadtteilkneipe im Beisein von Monika Barkemeyer statt.

In dem Doku-Film „Ene Deern ut de Breslauer Straat“ erinnnert sich die ehemalige Wirtin des Drielaker Hofes Monika Barkemeyer an ihre Kindheit in der Arbeiter*innensiedlung Breslauer Straße zurück. Im Gespräch mit Rita Meiners und bei einem Spaziergang durch die Gärten schildert sie in lebendigen Anekdoten das Alltagsleben und besondere Begebenheiten in den 50er/60er Jahren dort. Im Anschluss gab es eine lebendige Erzähl- und Austauschrunde.

Dach Nummer 9 wurde saniert

Nach einem Jahr Pause war es wieder so weit: Fleißige Genoss*innen jonglieren mit Dachziegeln, lassen sie durch die gelbe Rutsche sausen und schwingen den Handfeger, um die Fächer zu säubern. An diversen Wochenenden organisierte die unermüdlich engagierte Abrissgruppe den Einsatz vieler freiwillig helfender Hände. Durch die gestiegenen Kosten war es uns voriges Jahr nicht möglich, ein weiteres Dach zu sanieren.

Unter den Ziegeln wurde wieder ein Mauerseglernest entdeckt:

Auch bei diesem Haus haben wir für alternative Nistmöglichkeiten für die liebgewonnenen Mitbewohner*innen gesorgt! Mithilfe des Fördervereins Breslauerstraße e. V. und der Förderung durch die Bingo-Umweltstiftung wurden sowohl Kästen für Mauersegler montiert als auch für Fledermäuse.

Von 17 Häusern sind nun mehr als die Hälfte geschafft! Es gibt noch 8 alte Dächer! Davon 3 in einer anderen Bauart: Sie sitzen auf den Häusern mit Mitteleingang und haben einen Dachboden mit Mansarden. Dafür müssen also neue Bauzeichnungen und Berechnungen erstellt werden!

Tag des offenen Denkmals im September

Schon zur Tradition geworden ist unsere Teilnahme am Tag des offenen Denkmals, ausgerichtet durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Als Motto für dieses Jahr hat die Stiftung den Slogan „Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ auserkoren. Im Mittelpunkt sollen Werte im Denkmalschutz stehen, die nicht in schnödem Geld zu messen sind. Grob gesagt, dass Herzblut, dass im Denkmalschutz steckt, soll sichtbar gemacht werden. 

Ihr konntet die Siedlung mit uns an diesem Sonntag gemeinsam erleben!

Es gab eine sehr gut besuchte Führung durch die Naturgärten, in der Wissenswertes und Anekdotenhaftes über das Leben in der Breslauer Straße und ihre Geschichte erzählt wurde. Im Lagerschuppen der HunteWoGen eG wurde die halbstündige Filmdokumentation “Ene Deern ut de Breslauer Straat” über das Leben in den 50er und 60er Jahren aus der Perspektive eines Mädchens aus der Straße gezeigt. Ein Straßencafé mit selbstgebackenem Kuchen lud zum Entspannen und Klönen ein. Immer wieder kommt es hier zu schönen Begegnungen mit aktuellen und ehemaligen Bewohner*innen der Straße. Eine kleine Fotoausstellung mit Aufnahmen aus dem Leben in und außerhalb der Häuser und über die Wohngenossenschaft lockte die Besucher*innen in den Versammlungsraum der Genossenschaft.

Unsere denkmalgeschützten Häuser stehen für 100 Jahre gelebter Geschichte. Wert-voll: bezahlbarer Wohnraum und unersetzliches nachbarschaftliches Miteinander! Unsere Denkmäler beinhalten zwar keine sichtbaren und messbaren, aber trotzdem wertvolle, unbezahlbare Güter – Solidarität und Gemeinschaft. Wir erhalten unser Denkmal nicht nur, wir beleben und erleben es auch. Tagtäglich. Ob bei Baustellen mit Freiwilligeneinsatz oder unterstützender Nachbarschaftshilfe – der Ensembleschutz besteht hier nicht nur als bauliches, Denkmal schützendes Element, sondern ebenso als schützenswertes immaterielles Ensemble aus Ehrenamt und Nachbarschaft. Der Erhalt der großen Gärten sowie die Beachtung von ökologischen Grundwerten und all das in einem ganzen Straßenzug sind heutzutage reiner Luxus. ‚Bezahlbarer‘ Wohnraum ist unersetzlich.